„Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe.“

Vielleicht kennst du dieses Problem. Du weißt, dass du die Präsentation für den Vortrag erstellen, den Workshop vorbereiten, die wissenschaftliche Arbeit schreiben oder sonst irgendwas tun solltest, aber irgendwie kannst du dich nicht aufraffen. Am Ende machst du es dann auf den letzten Drücker. Irgendwie wird es gut, oder zumindest ganz okay. Du nimmst dir also vor: „das nächste Mal wird anders!“ Denn du weißt auch genau, dass du viel besser sein könntest. Das nächste Mal ist aber leider wieder genauso. Zumindest bei mir ist das so. Ein genialer TED Talk (dieses Mal aber nicht ernsthaft wissenschaftlich, sondern einfach lustig) ist der folgende: Tim Urban: Inside the mind of a master procrastinator. Für alle, die dieses Problem nicht kennen: unbedingt ansehen! Danach werdet ihr es vielleicht bisschen besser verstehen. Für die anderen: vermutlich werdet ihr euch total ertappt fühlen.

Geht es hier wirklich um Motivation?

So lustig ich diesen Spruch im Titel finde, so muss ich doch fragen, ob Motivation immer der entscheidende Faktor ist. Ich für mich habe herausgefunden, dass das zumindest manchmal zutrifft. (Mehr zu Motivation werde ich auch noch schreiben, bis dahin kannst du dieses Video schon mal anschauen: Dan Pink: Drive)

Wenn es etwa um so operative Tätigkeiten wie irgendwelche Reportings befüllem geht, dann habe ich da absolut keine Lust drauf. Die Ursache? Ich sehe einfach oft den Mehrwert solcher Tätigkeiten nicht. Mir fehlt ein überzeugender Zweck, dass ich diese Dinge auch wirklich tun will. Also sieht es am Ende so aus, dass ich es so lange aufschiebe, bis ich es machen muss. Hier fehlt mir also wirklich schlichtweg die Motivation.

Eine andere Sache ist das, wenn es um die Vorbereitung eines Workshops geht. Hier fühle ich mich durchaus motiviert. Aber irgendwas hält mich trotzdem ab. Da sehe ich auch irgendwie den Zweck, also kann es das nicht sein. Ich habe mich lange damit beschäftigt, warum mir das passiert. Das war auch in der Schule schon so. (Zugegebenermaßen habe ich da auch oft den Sinn nicht gesehen ;-)) Ich musste immer alles auf den letzten Drücker machen. Mich dazu zu bewegen, es früher zu machen, war auch echt schwer, da ich ja, wie zuvor schon geschrieben, wusste, dass es gut werden wird. Mich hat das aber irgendwie schon belastet, weil jede:r immer erwartet, dass es eine Vorbereitung gibt. Für Workshops muss man vorher eine Agenda verschicken und so „beweisen“, dass man vorbereitet ist. Das hat mir am Anfang Stress bereitet.

Heute würde ich es so beschreiben: Da ich weiß, dass ich es auch in sehr kurzer Zeit Dinge gut hinbekomme, sehe ich tatsächlich nicht den Sinn, es früher zu machen. Und damit fehlt mir am Ende vielleicht doch einfach die Motivation…

Meine Tipps an alle Prokrastinator:innen

Sicher muss da jede:r seinen:ihren Weg finden. Mir hat bei diesen operativen Tätigkeiten geholfen, nicht mehr nach dem Sinn und Zweck zu suchen. Manche Dinge müssen halt gemacht werden. Hier soll ja helfen, wenn man sich sagt „ich will xy machen“ und nicht mehr „ich muss xy machen“. Ich habe das allerdings nie konsequent ausprobiert. Meine Taktik ist eher „Augen zu und durch“ 😉

In dem anderen Bereich bin ich inzwischen bei der Erkenntnis angekommen, dass das eine große Stärke ist. Ich kann Veränderungen, Hinweise und Sonstiges bis zur letzten Minute in meinen Workshop einbauen. Es ist also eher ein Vorteil, wenn ich die Vorbereitung sehr spät mache, da ich so nicht alles umwerfen muss. Außerdem ist es tatsächlich nicht so, dass ich gar nicht darüber nachdenke. Vielmehr überlege ich immer zwischendrin, was gute Ideen sind. Die richtige, konzentrierte Vorbereitung kommt eben halt später.

Was ich sagen will: Frage dich, woher die Prokrastination kommt. Liegt es an der Motivation? Kannst du irgendwas drehen? Wenn nicht, dann vielleicht einfach „Augen zu und durch“? Oder ist bei dir das vielleicht oft auch eher eine Stärke und du musst nur deinen Blickwinkel ändern?

Schreibe mir gerne, wenn du darüber reden magst 😉 Vielleicht kann ich dir so ein paar Jahre Selbstzweifel ersparen…

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