High Performer ergeben ein High Performing Team, oder nicht?

Wenn ich mich so umschaue, dann lese ich so oft von „Talentprogrammen“, „High Performanern“ und so weiter. Da werden dann einzelne Personen gesucht, die richtig gut in etwas sind. Die Talent haben und dann auch zu High Performern werden können. Klingt toll, oder? Ich war auch mächtig stolz, als ich mal als Talent vorgeschlagen wurde (aber nie angenommen wurde ;-)). Von Hörensagen weiß ich, dass man als Gruppe dann auch schon gemeinsam arbeiten soll, mal „Teambuilding Maßnahmen“ macht, aber am Ende geht viel darum, dass man als Einzelperson glänzt. Es geht doch irgendwie, um das besser als andere sein. Um Wettbewerb, nicht im Zusammenarbeit. Zumindest wirkt es so auf mich.

Nun stellt sich die Frage: ist denn die Suche nach High Performern und Talenten so sinnvoll? Machen nur High Performer ein High Performing Team aus? Ein spannender TED Talk dazu ist: „Forget the pecking order at work“ von Margaret Heffernan . Ihre Antwort ist klar: NEIN. Die Suche nach Talenten (Superstars) ist nicht hilfreich. Experimente haben gezeigt, dass in den bestern Teams nicht unbedingt die intelligentesten der gesamten Gruppe sind. Andere Faktoren sind viel wichtiger. Nämlich wie man als Team zusammenarbeit, die Meinung anderer wertschätzt und viele verschiedene Perspektiven einbezieht.

Wir glauben eben nur so gerne an die „Helden“, die geniale Ideen haben. Man spricht immer gerne von den Erfindern oder großen Innovatoren, die die Welt revolutionieren. Wir glauben daran, dass es die eine Person gibt, die plötzlich beim Einkaufen gehen, die perfekte Idee hat. So ganz aus dem nichts. Es ja auch eine tolle Geschichte, oder? Subjektiv wirkt das tatsächlich auch häufig so, dass man alleine plötzlich einen Einfall hatte. Die Realität sieht aber anders aus: Ideen entwickeln sich über Zeit. (Mehr dazu in meinem Artikel: Gibt es die geniale Idee unter der Dusche?)

Zurück zum Thema: Mit unserer Heldenglorifizierung macht es ja auch Sinn, nach den Talenten zu suchen, die die neuen Helden werden. Wenn man Margeret aber folgt, werden die Superstars aber nur zu Superstars, weil sie gegen andere kämpfen und zum Teil unterdrücken. Sie legen Wert auf Konkurrenz, nicht auf Kollaboration. Inzwischen sind die Probleme und Fragestellungen aber so komplex geworden, dass nicht nur eine Person mit seiner Perspektive ausreicht. Wir brauchen viele kluge Köpfe, die zusammenarbeiten, um die großen Herausforderungen der heutigen Zeit zu lösen.

Ein weiterer Aspekt, der genannt wird, ist: Hilfsbereitschaft. Gute Teams sind hilfsbereit, d.h. alle sind bereit nach Hilfe zu fragen und anzubieten. Man will gemeinsam etwas schaffen, nicht alleine. Es geht darum, gemeinsam zu wachsen und erfolgreich zu sein. In diese Teams gibt es nicht DEN Helden / DIE Heldin. Auch meine subjektiven Erfahrungen bestätigen das. Die besonders erfolgreichen Teams waren immer die, in denen wir gleichberechtigt zusammengearbeitet haben. Jeder übernahm mal die Führung, wenn er/sie besonders gut in einem besonderen Thema war. Beim nächsten Problem war es dann wieder jemand anders.

Wie siehst du das? Stimmst du Margeret und mir zu?

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