„Ich mach‘ die Welt, wie sie mir gefällt“ oder: der Konstruktivismus

Du hast es vielleicht erkannt. Das ist ein Vers aus dem Titelsong von Pippi Langstrumpf. Wenn du jetzt denkst, das ist einfach nur ein Kinderlied, dann liegst du falsch. Da ist tatsächlich etwas Wahres dran. Falls du nun aber auf die Idee kommst, dass dir das ganz sicher nicht so geht, weil du dich immer an die Fakten hältst, dann liegst du leider falsch. Jede:r von uns hat seine:ihre eigene Welt.

Manche würden sagen, wir konstruieren unsere eigene Welt. Heute stelle ich dir den „Konstruktivismus“ vor.

„Die Zahlen sind eindeutig: ich habe Recht“ – der Confirmation Bias

Konsequenzen vom Confirmation Bias

Die Folgen vom Confirmation Bias liegen auf der Hand: unsere Glaubenssätze sind verfestigt und wir werden immer verschlossener gegenüber anderen Meinungen. So können sich schnell die Fronten verhärten, da jede Seite für sich glaubt, im Recht zu sein. Unser Weltbild aber bestimmt auch, welche Entscheidungsoptionen für uns offen sind.  Und unserer Entscheidungen machen wiederum unser Verhalten aus und damit hat es auch direkt Auswirkungen auf unsere Mitmenschen. (Wie Annahmen und Verhalten Auswirkungen auf das Selbstbild und Verhalten Mitmenschen haben und daraus ein Teufelskreis entstehen kann, kannst du beim Pygmalion Effekt nachlesen.)

Geben wir dem Confirmation Bias nach, werden wir uns auch lieber mit Menschen umgeben, die die gleiche Meinung haben. Menschen mit anderer Meinung meiden wir lieber, um diesem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Im beruflichen Kontext kann das bedeuten, dass Menschen bei Einstellungen und im Arbeitsalltag diskriminiert werden, die nicht in unser Weltbild passen. Es lässt sich natürlich leichter mit jemandem arbeiten, der/die gleicher Meinung ist. Abgesehen davon, dass Diskriminierung nicht in Ordnung ist, hat das auch langfristige Folgen. Meiner Meinung nach kann Innovation nur aus konstruktivem Diskurs entstehen, wofür es Menschen braucht, die nicht immer einer Meinung sind.

Gibt es die geniale Idee unter der Dusche?

Das klingt toll, oder? Wir stehen morgens unter der Dusche und plötzlich haben wir die geniale Idee. Hinzukommt, dass wir gerne an den/die einsame:n Erfinder:in glauben, denn wir lieben Held:innen. Denk‘ doch mal an deine letzte Idee zurück. Kommt es dir auch so vor, als hätte es diesen einen Moment gegeben? Als wärst du ganz allein darauf gekommen? Ich gebe zu, dass sich das schon toll anfühlt.